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Weltfrauentag 2026, Berlin Reichstag, Frauen in Weiß versammeln sich. Schweigend stehen sie ein für Frieden.
Weltfrauentag, Sonntag, 8. März, Salzkotten. Im Kulturgut Winkhausen entspringt ein weiser Fluss.
In weiß mäandert er von der Decke durch die lichtdurchflutete Deele, an der Bühne vorbei über die dunkelbraunen Stirnseiten des Holzpflasters.
Bei näherem Heranschreiten entdeckt man viele kleine von Hand aneinander genähte Stoffstücke, auf denen in blau Worte geschrieben stehen: Familie, Zartheit, Liebe…
Es finden sich Wörter auf Niederländisch, Finnisch, Dänisch, Englisch, natürlich Deutsch, Malayalam, Französisch, … auf dem Stoff.
Normalerweise finden an diesem Ort Konzerte statt, oft von Musikern und Musikerinnen mit regionalem Bezug. Das bestätigt Birgit Frische vom Vorstand des Vereins Kultur.gut.Winkhausen.
Musik gibt es heute auch. Das Duo a.mie unterstreicht die friedliche Stimmung an diesem Sonntag.
Mit Kastentrommel, Ukulele und Piano und vor allem mit ihren Stimmen schaffen die beiden Musikerinnen Anne Miebach und Nadine Brokmann eine Atmosphäre, die nicht nur das Motto des internationalen Weltfrauentags „Give to Gain“ lebendig werden lässt. Sie singen in verschiedenen Sprachen über Verbindung, Trost und Schönheit, die tiefer ist als das Meer. Schon nach wenigen Liedern stimmt das Publikum mit ein und und feiert die Verbindung mit den Elementen, die in Katj́s Kunst sichtbar wird.
„Wasser ist Lebensspenderin.” sagt Heike Mahl, eine Besucherin der Ausstellung. “Die Musik verbunden mit Katj́s Kunstwerken hat mich mit Dankbarkeit und Hoffnung verbinden lassen .“
Eine der Fragen, die Sarah Schneider, die junge Moderatorin der Veranstaltung, an Katj richtet „Ist der Frieden weiblich?“ beantwortet diese so: „Ich möchte diese Frage nicht mit ja oder nein und auch nicht abschließend klären. Aber heute sind viele Frauen in vielen Städten Europas und darüber hinaus unterwegs und setzen sich für ihre Idee von Frieden ein und für ihre Konzepte von gewaltfreiem Widerstand. Und da lohnt es sich hinzuhören und hinzuschauen.“
Wenn man sich umschaut, sieht man zwischen ihren Objekten zum Weltfrauentag, die überall auch zum Mitmachen oder doch zum Mitdenken einladen, viele Menschen, die der Aufforderung gefolgt sind, in Weiß zu erscheinen.
Das Thema des „wei(s)sen Flusses“, nämlich Frieden und Verbindung, hat die Künstlerin in ihrer üblichen Art ressourcenschonend umgesetzt, indem sie weiße Stoffreste per Hand aneinander genäht hat. Auf jedem Stoffstück befindet sich ein Wort oder manchmal auch Sätze, die Menschen mit ihr geteilt haben. Auch heute knien einzelne auf Sitzkissen und schreiben auf das weiße Stoffband oder legen Stoffstücke mit ihrem Wort dazu. „Aus allen Richtungen wurden diese per Post oder über die Sammelstellen zugestellt. Aus Portugal oder Indien z.B. habe ich die Vorlagen per Text oder Bildnachricht angenommen und übertragen.“,berichtet die Paderborner Künstlerin, „Der Stoff wächst weiter. Frauen von Women in White oder Matriarchy is Peace schreiben am heutigen Tag in verschiedenen Städten in Deutschland gemeinsam Worte auf, die für sie friedvolle Verbindung ausdrücken. So wird der Fluss auf Reisen gehen und ich bin offen für Einladungen insbesondere in Räumen, wo ich Platz finden kann, um den wei(s)sen Fluss weiter wachsen, mäandern und fließen zu lassen.“
Birgit Frische wünscht sich, Katj́ und andere bildende Künstler und Künstlerinnen bald wieder im Kulturgut zu begrüßen. Erst einmal lädt sie ein, die Ausstellung „Ist der Frieden weiblich?“ noch bis zum 22. März zu besichtigen. Dafür wäre eine Anmeldung erforderlich, zum Beispiel per Mail unter Info@pensumalsame.de. Dort kann man sich auch an Katj́ wenden, wenn man sich mit Worten oder Stoffstücken noch weiter beteiligen möchte. Oder man kommt einfach am 14. abends oder 15. März nachmittags zu den Veranstaltungen.
Wer aus welchen Gründen auch immer nicht vor Ort sein konnte oder kann, hat hier die Möglichkeit, sich die Beschreibung der Objekte anzuschauen und aber auch anzuhören.


